News & Headlines im April
Gigimoto - Tourstart in Adelboden
Antenne Karger. Text & Ton
Justin Sulivan - Im KuzeB Bremgarten
Luder - Punk lebt!
Big Jim - Das Action Team
Ibrahim Ferrer - kubanische Sonne frei Haus
M4music - brisant wie noch nie!
Serie: Krizz - oder, was macht eigentlich ein Songwriter
Serie: Goa - Reise in eine andere Welt (Teil 1)
Tony Touch im Club K5 in Zürich


Das legendäre blacksheep.ch Online-Radio
Unser beliebetes online Game!
Die blacksheep.ch Konzertagenda
Das Schwarze Brett für Deine Nachrichten
Der blacksheep.ch Musiksuchdienst - Der Sherlock Holmes unter den Suchdiensten
Linkzone : Go Surf!
Die neusten CD's auf blacksheep.ws
Inhalte schnell gefunden
Der Musikeigenvertrieb für Deine Musik
Weitere Dienste






Das Hamburger Musiklabel der anderen Art!










IVon der Schweizer Natur in das Namensgeberland einer Szene zu reisen, die in den letzten Jahren weltweit einen regelrechten Boom erlebte (Teil 1) (claudia)
Reise in eine andere Welt

Nach Goa zu reisen, darauf kamen ich und meine beste Freundin Carmen nicht einfach so, nein, es war die Erfüllung eines langgehegten Wunsches, gereift an nächte- und tagelangen Sessionen in Schweizer Wäldern, beschneiten Bergen oder auf grünen, grenzenlosen Wiesen inmitten Tausender gelber Blumen. Freaks und Freunde laben da an den Schönheiten der Natur, zugleich sie Strom an die entlegensten Orte schleppen, um mit „BummBumm“-Sound die Bauernhäuser im Umkreis von 300 Kilometern zum Erzittern, und die Bewohner um den Schlaf zu bringen. Doch das stört die Anwesenden nicht die Bohne, schliesslich kiffen sie ja alle nur fröhlich vor sich hin und setzen sich für den vollkommenen Seelenfrieden ein, und dies mit aller biologischer und chemischer Gewalt!

Meine Goa-Reise steht also im direkten Zusammenhang mit meiner Vorliebe für Reisen an abgelegene Schweizer Orte, um die Schönheit der Schweiz zwischen schrägen Menschen und schrägem Sound in mich aufzusaugen. Ich kann die Sonne unter vielen farbenfröhlichen Menschen aufgehen sehen, fünf Kilometer wegspazieren oder mich im Gras sitzend mit Leuten amüsieren, die ich eine Woche zuvor im Berner Oberland kennen gelernt habe. Oder so... Auf jeden Fall hat es etwas von einer Grossfamilie, in welcher die Mutter jedes Jahr schwanger wird und Nachwuchs ohne Wenn und Aber willkommen heisst.

Clubs, Discos, Lounges, Bars, Kaufleutens, Oxas, Qs, LWBs, und was es alles noch gibt, solche endliche, überschaubare Räume waren mir schon ewig ein Gräuel. Aber auf Menschenmassen in Massen und heiteres Zusammensein mit liebgewonnenen Freunden will auch ich nicht verzichten.


Bekam ich in Clubs Anfälle einer Platzangst ähnlich, blieben mir also zwei Alternativen:
Open-Airs oder Goa-Partys. Was blieb mir anderes übrig, wenn das eine nur sporadisch und das andere jedes Wochenende mindestens dreimal irgendwo in der Schweiz stattfindet ? Und vor allem das Eine in einem Ausmass von Menschenmassen und abgesteckten Grenzen, das man mich gradsogut in einen Club stecken könnte? In guter Erinnerung ist mir da mein Besuch des "Gurten"-Open Airs im letzten Jahr.... Aber das ist eine andere Geschichte.

An den Sound musste ich mich vor vier Jahren zuerst noch gewöhnen, doch inzwischen hüpfe ich zur Musik wie alle anderen auch: Wie ein Känguru. Ein riesiger Haufen farbiger, individueller, hüpfender Kängurus, in einer Welt ausserhalb der Realität, wenigstens eine Nacht und einen langen Tag lang, manchmal auch drei Tage hintereinander, Vergessen und Zusammengehörigkeit in einer eigenen kleinen Welt ausserhalb Gewalt und Hass zelebrieren.

In etwa so würde wohl auch die Anwerbung von Mitgliedern lauten, wenn Goa - was es ja glücklicherweise nicht ist - eine Sekte wäre. Aber ist man fasziniert und bleibt hängen, kommt man nicht so einfach wieder raus. Ähnlichkeiten sind denn also nicht von der Hand zu weisen. Aber es fasziniert nur, wenn es nicht im Übermass geschieht.

Nun habe ich also zwei Wochen Goa hinter mir, was in fremden Augen ein Beträchtliches an Übermass darstellen würde, doch einerseits glücklicherweise, andererseits Pech aber auch, erwischten wir zwei Wochen, in denen es politisch drunter und drüber hätte gehen sollen. Mit Wahlen, anschliessenden Strassenschlachten, anschliessenden Toten, oder landesweiten Schulprüfungen oder vielleicht auch ganz simpel irgendwelchen unfähigen indischen Politikern, die Goa genauer unter die Lupe nehmen wollten. Man weiss es nicht! Aus den letzten beiden Gründen oder noch einem ganz anderen (eben, man weiss es nicht) fanden deshalb nicht die Anzahl von Partys statt, die Goa sonst heimsuchten, nein; es herrschte partytechnische Funkstille.. Darüber bin gar nicht so unglücklich gewesen. Obwohl, etwas mehr von der Natur, speziellere Plätze, eine Party an der Klippe,es wär sicher Wunderbares zu entdecken gewesen, aber es blieb uns verwehrt.


Indien ist kein einfaches Land.
Es ist schrecklich gross, so gross, dass es hoch oben im Norden bei Pakistan letzten Winter Tausende von Erfrorenen gab und wir im Süden unsere bleichen Körper unter die indische Sonne zwecks Bräunung bei 27 Grad hinlegen durften. Dass wir dies relativ offenherzig tun konnten ist einzigartig, denn im übrigen Indien gehen die Frauen mit ihren Saris, dieser farbigfröhlichen Tücherkonstellation - ein traditionelles Hindukleidungsstück für Freizeit und Arbeit - auch baden.

Goa unterscheidet sich sowieso in vielerlei Hinsicht vom restlichen Indien. Jeder Staat, ob Kashmir, Sri Lanka oder Rajhastan, hat seine (teilweise schrecklichen) Eigenheiten, doch Goa ist DAS Touristenziel, Tausende von Israelis und Engländern bevölkern jährlich das Land mit portugiesischer Vergangenheit.

Die Einwohner, die Goaner, haben sich nach aussen geöffnet, trotzdem halten sie sich immer noch strikte an ihre eigenen Traditionen wie Tochter im Internet zur Heirat anzubieten, den passenden Ehemann aus gleicher Kaste, gutem Umfeld mit gutem Ruf und guter Arbeit auszusuchen, die beiden zu verheiraten und die Familie zu vermehren. Was hier absichtlich etwas überzeichnet dargestellt wird, ist in Wirklichkeit eine tiefreichende Tradition und wird vielerorts in Indien mit akribischem Aufwand betrieben. Das Zeitalter des Internets hat auch hier eingesetzt, sich aber noch lange nicht überall durchgesetzt. Doch die, die es sich leisten können, nutzen es für sich oder wenigstens im Dienste der Familie.


Und die Touristen in Goa, um ein E-Mail nach Hause zu schreiben, dass noch keine Bombe gefallen sei,
aber kurz vor Silvester zwei Männer festgenommen worden seien, die einen Anschlag auf eine goanische Bar ausüben wollten, welchen die Polizei angeblich auf Plänen skizziert sah, aber jetzt müsse man keine Angst mehr haben, zwar wurde eine Bombe im Goaner Flughafen Dabolin gefunden, doch die ist ja 14 Jahre alt und so gross und rostig, dass sich sogar Saddam vor Lachen verschluckt hätte, wäre sie ihm angeboten worden. In der Zeitung wurde natürlich bereits mit dem Titel "Bomb in Airport!" Angst suggeriert. Im Kleingedruckten löste sich die ganze Sache natürlich auf, alleine schon ein Blick auf das Bild genügte, um zu erahnen, was für einen Blindgänger die goanische Polizei in Dabolin seit Jahren übersehen hatte.

Auch in Indien wird mit kurzen und prägnanten Slogans in den Zeitungen nach Aufmerksamkeit gehascht, um den Leuten immer wieder von Neuem vor die Nase zu halten, wie gefährlich es ist, ein israelisches Touristenziel zu sein oder überhaupt hier zu leben. Wie sich die Zeitungen doch auf der ganzen Welt ähneln!

Angst bietet sich zur Ausbeutung geradezu an. Das Traurige an der Sache: Die Leute lassen sich an der Nase herumführen, indem sie die Zeitungen kaufen, nur weil die Botschaft eines solchen einprägenden Titels, der direkt vom Auge ins Grosshirn springt, sich dort einbrennt und unmissverständlich nach mehr "gelüsten" soll. Und dann sitzen sie zu Hause, zerbrechen sich den Kopf über all diese schlimmen Dinge und warten bis es endlich so weit ist.

Wir liessen uns nicht auf solche Spekulationen ein, wir wussten, wir würden wieder lebend aus dieser Sache rauskommen. Um einige Erfahrungen und Veränderungen reicher.

Nächster Teil, nächster Monat