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Zu Besuch bei (kurt)
Radio Lipstick

Im Kanton Aargau fanden während des ganzen Monats Juli Rundfunkversuche Statt. Christian Hubers Radio FM4, das den ganzen Tag Nonstop Musik brachte und sich am Abend in Spez- ialsendungen hauptsächlich auf die 80er Jahre einschwor sowie Radio Lipstick.ch, ein Jugend- radio, das den Hörern ein voll moderiertes Tagesprogramm bot. Ich möchte mich auf Radio Lipstick.ch konzentrieren. Blacksheep.ch be- richtete ja schon in der letzten Ausgabe aus- führlich über diesen Radio Versuch. Gegründet wurde Radio Lipstick.ch von Oliver Flückiger. Der in etwa zwei Jahren das ganze Radio auf die Beine gestellt hat. Es soll nicht ganz leicht gewesen sein.

Da ich früher schon Radio gemacht habe, beschloss ich, dem neuen Radio Pionier einen Besuch abzustatten.

Radio Lipstick.ch hatte sich in einem Kulturzentrum in Brugg eingenistet. Das Studio lag etwa 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt und war somit für mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln recht gut zu erreichen. Kaum die Tür des Kulturzentrums geöffnet und schon floss mir der guten Sound von Radio Lipstick.ch entgegen. Das lies mich schon wie zu Hause fühlen.Im ersten Stock des Gebäudes lag das Studio mit der gegenüberliegenden Redaktion.

Während dem wir früher noch mit den billigsten und einfachsten Mitteln wie Tape-Decks Radio machen mussten, lief hier alles voll elektronisch ab.

Gesendet wurde mit dem Computer und einer top aktuellen Studer-Radiokonsole. Die einzigen zwei "herkömmlichen" Zuspielgeräte waren noch ein CD-Player und ein Minidisc für alle Fälle. Alles andere war digital auf Festplatte gespeichert. Der Moderator bestritt seine Sendung allein, editierte die Playlist (das Musikprogramm), schrieb kleine Beiträge (meist aus Zeitungen oder aus speziellen Profi-Accounts im Internet), die er dann live vortrug.

Um etwa zehn vor kam Daniela Hallauer, die Redaktorin mit den Nachrichten ins Studio.

Sie las die Meldungen noch ein zwei mal, bevor sie sie dann zur vollen Stunde live vor in Mikrofon sprach. Danach wechselte sie wieder ins Büro an ihren Compi und recherchierte neue Meldungen für spätere Sendungen. Dazwischen schrieb sie noch Beiträge für das Format Infowings, das jeden Mittag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr Interessantes aus aller Welt berichtete. In der Redaktion standen etwa Drei Computer und ein Mischpult mit einem Mikrofon und anderen Zuspielgeräten. Alles ist mit dem Studio vernetzt. Hier wurden Jingles produziert, Beiträge geschnitten und neue Musik ins System eingespiesen.

In der zweiten Stunde war ich an der Reihe.
Oliver spielte Musik und löcherte mich mit Fragen. Es entwickelten sich sechs spannende Infoblöcke zum Thema Sehbehinderung und Blindheit. Danach blieb ich noch zwei Stunden im Studio und hörte Oliver zu, wie er die Sendung weiter moderierte. Es war für mich sehr beeindruckend, wie das alles vor sich ging. Bei meinen Radioerinnerungen ging's meistens ziemlich hektisch zu. Da mussten Kassetten zurecht gespult, Platten vorgehört und CDs eingeschoben werden. Bei Radio-Lipstick.ch wurden alle Arbeiten mit der Maus am Computer erledigt. Oliver hatte sogar noch ganz viel Zeit, um alle meine Fragen zu beantworten.

Um Kurz nach 12.00 Uhr verlies ich das Studio und ging mit einem Kollegen aufs Schiff.

Man kann nur Hoffen, dass es auch in der nächsten Zeit weitere Radio versuche gibt.

Mehr Informationen:
http://www.radio-lipstick.ch/