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Goa Teil 13 - Die Geschichte geht weiter


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Goa Teil 13 (claudia)
Gemütliches Zimmer mit Terrasse gesucht...

Nun, sie reagierten nicht mit schmerzverzerrtem Gesicht als hätte man ihnen gerade das linke Auge rausgebissen, sondern mit eisgekühlter Coolheit. "Na, wenn ihr wollt.." Aber inzwischen bin ich auch schon ein paar Jährchen auf dieser Welt um zu checken, dass manchmal Gesagtes nicht gleich Gedachtes ist. Und da ist es manchmal wirklich scheissegal, ob das bei Männlein oder Weiblein ist, obwohl es bei letzteren vielleicht doch etwas öfters vorkommt... (Sorry gleichgeschlechtliches Wesen!) Aber hier und jetzt waren es drei Männer, die äusserlich äusserst cool auf unsere Entscheidung reagierten, mit völligem Einverständnis und Verständnis.

Vagator am Abend

Natürlich" fuhren sie uns noch dorthin wo wir hinzu- gehen gedachten. Carmen stand des öfteren in Kontakt mit Freunden aus der Schweiz, die momentan ebenfalls auf Goa weilten. Exakter in Vagator. Rein namensmässig hätte mich das nicht besonders gereizt, aber wo Freunde sind, da geht man hin, ist es nicht so?

Unsere Verabschiedung von Harry, Naveen und Jacob inmitten Vagators dauerte wohl nicht mehr als eine Minute, was entweder bedeutete, dass sie uns so schnell wie möglich loshaben wollten oder es kaum ertragen konnten, uns zu verlassen. Wie ich exakt ein Jahr später erfahren würde, war es tatsächlich letzteres. Obwohl ich das bei meinen Rückblicken an diese Ferien ahnte, hatte ich es mir in Goa selber nicht auf solch eine krasse Weise vorstellen können.

Die Jungs schienen wirklich gelitten zu haben, weil sie sich so darauf eingestellt hatten, uns ihre Heimat zu zeigen und noch viele Stunden mit uns zu verbringen. Und plötzlich, beinahe von einer Sekunde auf die andere, war alles vorbei. Unser Zusammensein, unsere entstandene Freundschaft schien wie in Luft aufgelöst, als hätte sie kaum existiert.

Harry hat mir exakt, aber wirklich auf den Tag genau ein Jahr später ein Mail geschrieben. Zuerst war er sich nicht sicher, ob ich ihm tatsächlich die richtige Adresse angegeben hatte. Als ich von ihm las war ich natürlich höchst erfreut. Er und die Jungs haben uns wirklich ein paar angenehme, neuartige Tage verschafft, wenn es auch teilweise kaltblütig geschrieben erscheint. Aber ich bin nett, glaubt es mir. Jedoch haben Carmen und ich uns eindeutig weniger mit dem Herzen reingehängt als die Jungs.

Indische Lokalkolorit
Harry schrieb davon, wie enttäuscht sie gewesen seien, nicht mit uns nach Bangalore fahren zu können, wie schnell das alles gegangen sei und vor allem war er höchst interessiert, ob wir uns nach einem Jahr überhaupt noch an sie erinnern würden. Er hat also offensichtlich und völlig bewusst 365 Tage verstreichen lassen, um dies doch noch eines Tages mitteilen zu können.

Glücklicherweise ist er nicht nachtragend und so lud er Carmen und mich im nächsten Abschnitt seines Mails gleich nach Dubai ein, ohne das wir etwas dafür hätten tun sollen. Neben dem Flug hätte er auch alles mit dem Visum und der Unterkunft für uns in die Hände genommen. Ob er dies alles auf seine Kosten übernommen hätte, weiss ich nicht, denn ich habe abgelehnt. Das wär wohl doch etwas zu viel des Guten beziehungsweise der Gastfreundschaft gewesen. So viel also zum jetzigen Stand unserer indisch-schweizerischen Freundschaft, zurück in die Ferien.

Carmen und mich erwarteten in Vagator neue Abenteuer, neue Leute, neue Hotels, neu neu neu neu. Nun standen wir also da mit unserem allerlei Gepäck, die Jungs waren hinfort gebraust, die Sonne drängte jegliche meiner Flüssigkeiten an die Oberfläche (ausser dem in der Blase beheimateten Natursekt natürlich, igitt) und die Taxifahrer schrien um ihre Tageseinkünfte. Wir winkten freundlich ab, nein nein, hier bleiben wir, keine Chance!

Es schien ganz nett zu sein, wenn auch etwas kahl, aber wo war es hier nicht etwas kahl? Links, rechts, geradeaus? Hach, hätte ich solche Probleme doch auch in der Schweiz... Wir marschierten dorthin, wo uns unser Gefühle gerade hinführten, also ins Ungewisse. Nach einem kurzen Fussmarsch entdeckten wir ein nettes Hotel auf der rechten Seite. Ehrlich gesagt war es das Erste, das wir entdeckten.

Ein Mann, der Besitzer, kam auf uns zu und begrüsste uns ungewohnt distanziert. Entgegen dem Bild, das wir von den Indern ansonsten kannten. Freundlich zeigte er uns sein einziges freies Zimmer, eingeklemmt zwischen zwei anderen, und sogleich spazierte ein schöner, dreitagebärtiger Mann aus der Nachbarstür, setzte sich ohne den Kopf zu heben auf einen Plastikstuhl und vertiefte sich in sein Buch.

Paradiesische Strände

Hmmm... dachte ich und versuchte Carmens Meinung auf ihrem Gesicht abzulesen. Natürlich nicht nur ihre Meinung von dem Typen, so geil sind wir nun auch wieder nicht, sondern ihre ganze Einschätzung der Lage, in die wir gerade hineingeraten waren. Sie schien nicht besonders glücklich zu sein. Der Komfort stimmte zwar einigermassen, aber dieses Enge, dieses Eingeklemmtsein zwischen zwei Zimmern passte nicht wirklich.

Also entschlossen wir uns noch nicht definitiv zuzusagen, jedoch unser Gepäck zu deponieren, um noch nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten zu können. Der Besitzer bemerkte natürlich unsere Skepsis und schminkte sich seinem Gesicht nach eine weitere Zimmer-Vermietung sowieso schon ab.

Das Dorf war richtig gemütlich, "herzig", auch wenn es nicht an das Mythische heranreichte, das Arambol ausstrahlte. Vagator war wohl schon zu "zentral" gelegen und von zu wenig Wald und Grün umgeben. Doch das Meer rauschte von weitem und irgendwie spürten wir, dass wir länger hier bleiben würden.

Dazu brauchte es aber auch eine richtig angenehme, zum Verweilen einladende Behausung. Dies Zimmer, das wir angeguckt hatten, war es definitiv nicht. Da kam eindeutig noch etwas Besseres. Doch wo war bloss dieses Bessere?


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