Kolumbus ging mit der Entdeckung Amerikas in die Geschichte ein. Etwas, das der Basler Band «-stip» mit ihrem neuen Album «-stip unlimited» in der Americana Folk-Welt auch gelingen könnte. Zwei folkig-bluesige Stimmen und Gitarrenrhythmen erobern Neuland und ehe Du Dich versiehst, stehst Du mitten in einem Abenteuer.
Kennst Du den Traum, irgendwo im Sonnenuntergang über den Ozean zu segeln? Die nächsten Häuser sind meilenweit entfernt, keine Menschenseele weit und breit. Du bist ganz allein. Weisst nicht, was für Geräusche Dich beängstigen oder Dir ein wohliges Gefühl geben. Aber es ist egal, was um Dich herum geschieht. Du bist frei. Schliesst die Augen und bist «Down in America.»
Die weibliche Stimme prickelt über den Rücken hinunter. Sanft, aber stechend klar. Ihr Echo spiegelt sich in unsichtbaren Wellen. Sie weiss, wohin sie gehen will und nimmt Dich mit. Bis die Sonne hinter dem Horizont aufgeht.
Die Stimme von Sängerin Michèle Thommen, die dem Sound von Leadsänger und Gründer von «-stip», Leendert van Stipriaan, das gewisse Etwas verleiht. Zwei Stimmen, die sich wunderbar ergänzen und mit der Band verschmelzen. Eine Band die schon fast zu perfekt harmoniert.
So ist es die Rauheit, die tiefen Emotionen eines Abenteurer, die bei aller Professionalität etwas verloren gehen. Und ein Abenteurer ist Leendert van Stipriaan zweifellos. In musikalischer Hinsicht, wie auch auf dem Weg, den er als Solokünstler eingeschlagen hat. Seine musikalischen Wurzeln liegen bei der Band «Day of Leisure» und dessen zweimalige Teilnahme am Finale des nationalen Jazzfestivals Augst. Es folgte die Namensänderung in «VersBâle», bis sich der Basler im Jahre 1999 schliesslich solo auf den Weg machte. In diesem Jahr erschien nun bereits seine zweite CD auf dem Schweizer Musikmarkt: «-stip unlimited». Grenzenlos.
Treffender könnte der Sound von «-stip» wohl kaum beschrieben werden. Mit seinen zwölf, meist selbst komponierten Songs beweist der Musiker, dass Americana Folk alles andere als langweillig ist. Im Gegenteil. «-Stip unlimited» ist eine wahre Fundgrube an verschiedenen Musikstilen, die gemischt zum Americana Folk der Zukunft werden.
Da wäre zum Beispiel «On the way to distant lands», ein frischfröhlicher Countrysong, welcher einem mit dem typischen «Lap Steel» in den amerikanischen Westen entführt. Oder «My paradise», der Song, der auf dem neuen Album vor allem wegen der Mandoline aus der Reihe tanzt. Am meisten geprägt, wird das Werk jedoch von Lagerfeuer-romantischem Gitarrenrock. Mal mehr von popigen, mal mehr von folkigen Elementen beeinflusst.
Eine von vielen, schönen Balladen ist «Carry me away». Sie trägt Dich weg, weit weg vom Wüstensand und den roten Bergen. Wieder zurück auf den Ozean. Auf das Segelschiff, an den Anfang des Abenteuers. Zurück zu «Down in America.»
Infos:
www.stipunlimited.com