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Hip Hop Session (äq)
Bümplitz im Haus
Nachdem wir den berner HipHoper "Elwont" bei uns im Interview hatten war ich natürlich sehr gespannt auf die grosse Ber-Bümpliz-Hip Hop-Session im Tschanri-Quartier, eben in Bümpliz. Alle Gruppen aus der Umgebung luden ein, ein gutes Stück HipHop-Kultur zu feiern und der Einladung bin ich natürlich gerne nachgegangen.

Ich merkte schnell, dass es sich um eine "Insider-Party" handelte, denn schon nur das Lokal zu finden, war nicht wirklich einfach. Im Partykeller des Tscharni-Quartiers angekommen, fühlte ich mich aber schnell wohl. Um 22:30 klemmten sich die ersten DJ's hinter die Plattenspieler und bevor die Crews auf die Bühne kamen, zeigten die besten Breaker der Region erst mal was sie so konnten. Eine Breakdance Show jagte die andere und die Leute wurden schon mal richtig in den Abend eingestimmt.

Dann ging's los. Die beiden ersten Hip Hoper zelebrierten Live-Beats vom absolut feinsten, nur mit Schlagzeug und Bassgitarre. Mehr brauchte es auch gar nicht, um den Raum mit einem tollen Groove zu füllen. Sie wurden von der ersten Crew namens "7962" abgelöst, die durch gut verständliche und exakte Texte überzeugten. Auch die angenehme Lautstärke hat mich eigetlich eher überrascht.

Danach folgte leider ein eher trauriges Kapitel an dem Abend, was die gelungene Veranstaltung in ein etwas schlechtes Licht rückte. Die nächsten Jungs von "Santurkos" hätten zwar nette Beats und Text e auf türkisch auf Lager gehabt, doch sie waren so betrunken oder bekifft, dass sie kaum ein paar Reime ohne Aussetzer brachten. Sie liessen die Mikrophone fallen und fanden es ziemlich lustig, eine Freude die das Publikum nicht mit ihnen teilen konnte.

Die tollen Acts von ÄduK und Z'Chlatsch, die nachher folgten, konnten zum Glück die Misere wieder gut ausbügeln.

Höhepunkt an dem Abend war für mich aber trotz allem "Elwont". Ich hatte das Gefühl dass seine Texte absolut sicher sassen und so konnte er sich auch entsprechend gut dem Publikum widmen. So viel Energie kam sonst nie rüber. Er juckte auf der Bühne rum, so dass ich kaum in Lage war ein vernünftiges Foto zu schiessen. Der Übergang zum letzten Act des Abends "Whoodys" wurde mit einem starken Duett zwischen Elwont und einem MC der Whoodys gemacht. Die letzte Gruppe konnte dann auf der Power von Elwont nochmals voll aufbauen und zeigten ebenfalls eine Feuer einer Performence. 5 MC's und ein DJ Vollgas in Aktion, das war Musik in meinen Ohren!

Am Ende des Konzertes musste ich wirklich sagen dass Bümpliz das Haus rocken kann! Da gibt es nichts zu meckern. Mit hat der Abend sehr gut gefallen, in musikalisches Hinsicht. Wie bereits erwähnt, konnte ich mich aber mit dem grenzenlosen Drogenkonsum absolut nicht identifizieren. Das klingt sicher im ersten Moment ziemlich spiessig, ich habe keine Problem wenn man ab und zu eine Tüte raucht, doch wenn man einen Abend lang nonstop THC in sich reinpumpt, kann ich das nicht ganz verstehen. Zumal ich das Vergnügen hatte einem zusammengebrochenen Kiffer erste Hilfe zu leisten. Da hört der Spass auf. Es stellt sich einfach einmal mehr die Frage, ob es für Kreativität wirklich THC-gefüllte Hirnzellen braucht? Ich denke nein.