Krokus Plattentaufe im Sequencer Lyssach (martina)Ein Blues auf Krokus! Back to the roots. Zu den Anfangszeiten in den 70's. Nach einigen missglückten Comebacks wollen Krokus nun mit ihrem brandneu erschienen Album "Rock the Block" erneut die 70's zurückholen. Ein schwieriges, von kritischen Augen verfolgtes Unterfangen, welches Krokus jedoch gelingen könnte... Hunderte von Hard-Rock-Freaks pilgerten am 18. Januar ins Sequencer nach Lyssach. Wie früher, als sie noch die erfolgreichste Schweizer Rock-Combo waren. Nun wollen Krokus nach einigen Jahren Pause und mehreren unglücklichen Wiederbelebungsversuchen wieder an diesem Erfolg anknüpfen. Etwas, das ihnen mit ihrem neusten Werk gelingen könnte. Rock-Röhre Marc Storace und Fernando von Arb, die beiden Mitgründer von Krokus sowie die drei Neuen, Gittarist Dominique Favez, Bassist Tony Castell und Drummer Patrick Abey, redeten, oder besser gesagt rockten an ihrer Plattentaufe im Sequencer nicht um den heissen Brei herum sondern gaben vom ersten "Stromschlag" an Vollgas. Mit ihrem neuen Hit "Mad World" fesselten die Rocker das Publikum und liessen es erst eine knappe Stunde später wieder los. Schwarze Lederhosen, Tattoos und durchgeschüttelte, lange Haare. Klatschnasse T-Shirts und glückliche Gesichter. Mamas und Papas, die um nichts auf der Welt die Auferstehung der alten Zeiten verpassen wollten und ihren Schützlingen stolz ihr Leben vor mehr als zwanzig Jahren präsentierten. Dies natürlich in der harmlosen Form. Teenies, die bei den letzten Comebacks von Krokus und der übertriebenen Lautstärke noch geschockt waren und jetzt bei den harten Sounds die Lautstärke um noch ein paar Drehs höher drehen. Rocker-Machos, die bei "I want it all" und "Bedside-Radio" am gefühlvollsten mitschrien. Fernseh-Kameras, die diesen historischen Moment süchtig einfingen. Foto-Kameras die Bilder in alle Zeitungen blitzten. Das Spiegelbild der wohl wildesten Zeit dieses Jahrhunderts? Die kritischen Stimmen zu diesem Comeback gibt es natürlich auch. So stören sich gestandenen Fans daran, dass sich Krokus immer noch Krokus nennen, obwohl sie nicht in ganz Original-Form auftreten. Ein kritischer Punkt beim Krokus-Comeback über den man sich streiten kann. Betrachtet man dieses Thema mit einem Blick in die ganze Schweizer-Musikszene, so würden unter anderem Patent Ochsner wohl heute auch nicht mehr Patent Ochsner heissen. (Deine Meinung ist gerne willkommen unter martina@blacksheep.ch). Dass Krokus an ihrem alten Stil und Namen festhalten, hört man nicht nur an ihren sauberen, "ohne-Weichspüler"-Songs. Auch am Cover sieht man, dass sich die Hard-Rocker in ihre alten Zeiten versetzen und dass sie mit "Rock the Block" wieder "frischen Wind" in die Hard-Rock-Szene bringen. Bevor Krokus nach einer heissen Show zum eigentlichen Akt des Tages kamen, der Plattentaufe, kamen, musste Mediamarkt-Moderator die fünfzehn Minuten Pausen überbrücken. So wurde aus der Krokusk-Plattentaufe beinahe noch eine Single-Verkupplungs-Show, wenn nicht noch ein Clown die Chance ergriffen hätte, einen Toast auszusprechen. Keck nahm er das Mikro und meinte: "Chömet, singe mer no ä Blues uf Krokus!" So kam es, dass Krokus nebst Lorbeeren für "Rock the Block" auch noch einen Blues extra komponiert für Krokus, der allerdings nicht so originell wie die Idee war, ernteten. Kurze Zeit später verschwanden die Rocker in einer nassen Nebelwolke. Und für die Sequencer-Besucher war klar: Krokus are back!
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