Gerade mal knapp ein Jahr ist vergangen und schon sucht das Schweizer Fernesehen erneut einen «MusicStar». Die erste Staffel lockte tausende Zuschauer vor den Bildschirm; wurde zum Diskussionsthema Nummer eins der Nation. «MusicStar 2» ist, wie das Pilotprojekt, spannend und nervig zugleich.
Es ist Sonntagabend, 20.25 Uhr. Noch fünf Minuten, dann wird sich der Bildschirm wieder in diesen süsslich orange gefärbten Hintergrund verwandeln. In den darin verborgenen Quadraten tanzen, singen und performen computergesteuerte Figuren. Dazu läuft der altbekannte Jingle, der einem stundenlang im Kopf herum surrt und mit der Zeit gewaltig auf die Nerven gehen kann.
Erwachsene, Kinder, ja gar ganze Familien que-
tschen sich auf das Sofa und starren gebannt in den Fernseher. Die Show kann beginnen.
20.30 Uhr. Moderator Roman Kilchsperger hüpft auf die Bühne, im Schlepptau Moderatorin Nina Havel. Zwei, die alleine für Stunden Geschprächsstoff liefern: Während der kecke Zürcher mit seinen lockeren Sprüchen und meist ironischen Bemerkungen Lacher um Lacher einheimst, tritt die Studentin oft vom einen Fettnäpfchen ins nächste; sofern sie sich nicht gerade verhaspelt oder sprachlos ist. Daneben plaudert Kilchsperger was das Zeug hält und nimmt seine Kollegin gelegentlich gerne auf die Schippe.
Nicht weniger locker geht der Beau mit den Finalis-
tinnen und Finalisten um. Kilchsperger quetscht sie liebend gerne über private Angelegenheiten aus.
Doch darüber üben die Kandidatinnen und Kandidaten meist Stillschweigen aus, mit einem Zwinkern versteht sich.
Dafür ist wohl «MusicStar - die Woche» zuständig. In dieser neuen Sendung, die am Dienstagabend auf SF 2 läuft, soll man anscheinend mehr über die Kandi-
dierenden und ihr («MusicStar»-) Leben erfahren...
Aber darum geht es ja bei «MusicStar» eigentlich nicht. Nein, es geht um Musik. Ums Singen und Tanzen, um genau zu sein. Mittlerweile ist es 21.30 Uhr. Die ersten «MusicStar»-Anwärterinnen und Anwärter haben ihren Auftritt bereits hinter sich. Da gibt es zum Beispiel die Walliserin Salomé, welche sich mit ihrem Temperament und den strahlend blauen Augen zum Nesthäkchen der Nation rockt. Oder den smarten Jesse. Der 16-Jährige bringt mit seiner Soul-Stimme nicht nur Frauenherzen reihenweise zum Kreischen und Schmelzen.
Fast professionell wirkt die Zürcherin Claudia. Mit ihrer ebenfalls souligen Stimme, ihrem natürlichen Auftreten und ihrer jeweils passenden Performance macht sie es ihren Mitkämpfenden nicht gerade einfach, mithalten zu können.
 |
|
|
|
|
 |
Ansonsten gleicht die Show teilweise wirklich mehr einem Karaoke-Wettbewerb, wie Juror Chris von Rohr einmal bemerkt hat. Auffallend an der zweiten Staffel ist auch, dass die Jury kritischer kommentiert als beim Pilotprojekt. Zumindest Produzent Chris von Rohr und Choreograph Detlef D! Soost. Sängerin Mia Aegerter bedient sich meistens den Worten ihrer Jury-Kollegen oder redet viel, um schliesslich doch nichts zu sagen.
22.40 Uhr, die Entscheidung. Die Spannung steigt. Auf der Bühne stehen Säulen, in denen jeweils ein Zettel mit einem Namen steckt, der eine Runde weiterkommt. Zwei Kandidierende werden abgewählt, einer kann mit dem Friendship-Ticket zurückgeholt werden. Jubel und Trubel, Tränen und Enttäuschung machen sich nach der Entscheid breit: Für einige Teilnehmende hört hier der Traum der grossen Karriere auf. Für die anderen geht er weiter, ja für jemanden dauert dieser sogar bis zum «MusicStar»-Titel.
Aber was dann? Der erste «MusicStar», Carmen Fenk, hat ihren Traum gelebt, ein Jahr lang. Nun ist sie am Ende ihrer Kräfte und macht eine Pause. Für längere Zeit.
Mehr Informationen:
http://www2.sfdrs.ch/musicstar2
Mehr Bilder: (Von Martina Maurer, espace.ch)
http://www.espace.ch/gallery-espace/event_pic_show.asp?info=24797&event=1252