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CD Crimson Vibes (lucas)
Agressive Sound Painters A.S.P.
Eine von Lebenssaft gefüllte Badewanne, welche von einigen Blutkonserven umgeben wird; im Hintergrund gestapelte Musikboxen, das ganze in einem heruntergekommenen, düsteren Raum. Dazu noch der Albumtitel crimson vibes (wahrscheinlich: blutrote Vibrationen) und der Bandname A.S.P., der für aggressive sound painters steht...

Zugegeben, als ich das erste Mal das Cover sah, hielt sich mein Enthusiasmus in Grenzen, denn ich dachte schon, es handle sich bei diesen Musikmalern um eine Gothicgruppe und dies ist nun, zugegeben, wahrlich nicht mein Lieblingsstil. Doch wieder einmal stimmte mein erster Eindruck nicht mit der Realität überein, das Christkind atmete erleichtert auf und ich hatte mein erstes Weihnachtsgeschenk bekommen, das mir zudem sogar noch gefiel. Denn bei A.S.P. handelt es sich kurz gesagt um Crossover mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Metal, was schon vielmehr meinem Geschmack entspricht.

Die Band kommt aus Feldmeilen (ZH), existiert seit rund zwei Jahren und besteht aus fünf Mitgliedern: MYK (Michael Hodler) am Gesang, HUNIQUE (Lucien Hüni) an der Gitarre, APPLEJACK (Mark Scherrer) am Bass, ISHIMORO (Thierry Zaugg) am synthetischen Sound und SAM (Samuel Trachsel) am Schlagzeug. Mit crimson vibes veröffentlichten die Zürcher nun ihr Erstlingswerk mit dreizehn (inklusive Intro) Liedern und einer Laufzeit von ca. 47 Minuten.

Die Platte beginnt, zumindest für ein paar wenige Sekunden, mit verschiedenen Effekten, steigert sich dann aber mit nur zwei Riffs rasant in seiner Härte, und es wird einem klar, dass die fünf Jungs das "A." nicht umsonst in den Gruppennamen mit eingebracht haben.

Im Intro merkt man allerdings noch nichts von Hip-Hop-Einflüssen, was sich dann aber schon beim zweiten Stück warship schlagartig ändert. Dieses Lied, meiner Meinung nach eines der besten Lieder auf der Platte - ein richtiger Ohrwurm, beginnt nach einer kurzen Einleitung mit Sprechgesang wie man es von Korn her kennt.

Andererseits gibt es Rappassagen, die sich mehr an die alte Schule halten. So beim fünftem Lied foodline oder auch bei einem Teil vom vierten Song blocked, bei dem der Sprechgesang am auffälligsten vom Bass begleitet wird und stark an die Red hot chilli peppers erinnert.

Aber nicht nur der Gesang ist sehr vielfältig. Der Rest der Band steht MYK in nichts nach. So spielt zum Beispiel HUNIQUE an der Gitarre nicht nur die ganze Zeit die härtesten Riffs runter. Er kann's ebenfalls mit Gefühl (blocked 2, das zehnte Stück, wird bei- spielsweise zum grössten Teil mit akkustischer Gitarre gespielt) und ab und zu zaubert er noch kurz ein Solo in alter achtziger Jahre-Manier hin.

Diese Vielfältigkeit könnte man als Leitfaden für den Beschrieb ihrer Musik benutzen. Man muss aber sagen, dass sich A.S.P. trotz ihrer Diversität, was ja eigentlich der Schlüssel zum Crossover ist, nicht im Chaos verlieren.

Jeder Song geht am Ende auf, was auch für das ganze Debütalbum gilt. A.S.P. haben es geschafft, aus verschiedenen Musikrichtungen einen eigenen Stil zu entwickeln, den sie auf crimson vibes konsequent und glaubwürdig rüberbringen. Ein weiteres Lob muss ich hier noch MYK zugestehen, denn die Texte gehen auf seine Kappe. Speziell an seinen Lyrics ist nämlich, dass sie nicht so wortkarg sind wie man es sonst von so vielen anderen inländischen Interpreten kennt; das Lob geht demnach genauer gesagt an seine Englischkenntnisse und seinen Wortschatz.

Fazit: A.S.P. spielen definitiv aggressiven Crossover, der rockt, abgeht und bei dem die Melodie oder der rote Faden nicht vergessen wurde; die erste Veröffentlichung crimson vibes kann ich folglich nur empfehlen. Leider ist sie nach meinen Kenntnissen zurzeit nur über die homepage der Band, www.soundpainters.ch, erhältlich, wo man dafür aber kostenlos in zwei Stücke ihres Albums reinhören kann.


Mehr Informationen:
www.soundpainters.ch