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Blackfield (maurus)
Blackfield die CD
Steve Wilson, der Frontman von Porcupine Tree, hat sich mit "Blackfield" wieder mal an ein neues Projekt gewagt; als ob er nicht schon genug zu tun hätte mit "Porcupine Tree" und "No-Man", um nur die wichtigsten Projekte zu nennen. Zusammen mit Sänger und Songwriter (und in seiner Heimat sehr erfolgreichen) Aviv Geffen aus Israel gründete er "Blackfield".

Erste Gehversuche von "Blackfield" im Studio waren so viel versprechend, dass dem Vorhaben, ein richtiges Album aufzunehmen, nichts mehr im Weg stand. 18 Monate nahmen sich die beiden Zeit für dieses Unterfangen. Im Februar 04 wurde das Album in Israel veröffentlicht, mit grossem Erfolg. Im folgenden August stand die CD dann auch in den Regalen der europäischen Plattenläden. Erst mit dem Release in Israel wurde eine fünfköpfige Band zusammengestellt, um in Israel und ganz Europa auf Promo-Tour zu gehen. Die Initiative für dieses Projekt kam ursprünglich von Aviv Geffen, der das musikalische Schaffen von "Porcupine Tree" schon seit längerem verfolgte und "Porcupine Tree" auch für Konzerte nach Israel holte.

Der erste Ohrenschein von Blackfields gleich- namigen Album "Blackfield" ist begeisternd. Beim zweiten Hinhören fragt man sich, worin der wesentliche Unterschied zu Porcupine Tree liegt. Bei der dritten Hörprobe fragt man sich, wo die die kulturelle Symbiose der beiden Künstlern geblieben ist, die auf ihrer Homepage so pathetisch versprochen wird.

Spätestens nach dem Konzert merkt man dann aber, dass das alles doch nicht so einfach abzuhandeln ist. Die Musik tönt wie gesagt ungefähr wie "Porcupine Tree" einfach weniger hart, weniger abstrakt und dafür eingängiger, bös gesagt kommerziell tauglicher. Jeder Song ist gelungen, das muss man sagen, darum denk ich ist es angebracht, auf einzelne Lieder genauer einzugehen. Als erstes (nicht verwunderlich, es ist der erste Track) fällt der Song "Open Mind" auf.

Lieblicher, schön geführter, mehrstimmiger Gesang wechselt sich mit einem heftigen Gitarrenrefrain, der wirklich zieht. Der Inhalt des Textes wird durch etwas gesuchte Bildersprache wie z. B: "An idea falls from a porcelain sky" eher unverständlich. Im Song "Scars" kommt es zum ersten Mal zum kulturellen Aus- tausch. Während der Bridge hört man im Hintergrund ein orientalisch anmutendes Blasinstrument. Das wär's dann aber auch schon gewesen für den Rest der CD. Israelisch kommt das Album wirklich nicht daher.

Ein weiterer Song, der ins Ohr sticht, ist "Pain". Der Text, ein Liebeslied, stammt aus Geffens Feder, ebenso der Gesang aus seiner Kehle. Seine Stimme überzeugt bedeutend mehr als Wilsons. Leider kommt sie nur in diesem Lied wirklich zur Geltung. Ansonsten sind die Stimmen nur schwer voneinander zu unterscheiden. "The hole in me" überzeugt durch seine eher ungewöhnlichen Takte. Die Strophen sind im fünfviertel, der Refrain im dreivierteltakt. Das verleiht dem Album doch noch etwas rhythmische Raffinesse, ansonsten kommen die Songs meist im vertrauten Vierviertel und in Zweitaktphrasen daher.

Der letzte Song "Hello" ist mit Abstand der beste. Vom Aufbau her nichts besonderes, aber der Refrain ist einfach genial, eine starke, aber total unkonventionelle Harmoniefolge, zum Abdriften, zum Mitsingen.

Zusammenfassend kann man sagen jeder Song ist gut, aber ausser "Hello" wirken die Songs alle etwas konzeptionell konstruiert und zu wenig vital. Textlich ist das Album durchschnittlich geraten, zu viel Melancholie und zu wenig Lebensfreude.


Mehr Informationen:
http://www.blackfield.org