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Drummer Rafi Woll im Portrait (martina)
«Es ist nicht immer so einfach...»

Er reist von einer Stadt zur nächsten, während andere im Büro hocken. Der Luzerner Drummer Rafi Woll spielte schon auf etlichen Bühnen in ganz Europa und ist nun mit Ivo unterwegs. Warum sein Job aber nicht nur Sonnenseiten hat, erzählte er in einem Gespräch.

Es ist brütend heiss, einer der ersten wunder- schönen Sommertagen in diesem Jahr. Drummer Rafi Woll sitzt lässig in der Gartenbeiz und blinzelt in die Sonne. Er sieht entspannt und ausgeruht aus. Das erstaunt irgendwie. Denn Rafi ist gefragt. Neben seinem momentanen Hauptjob als Drummer bei Ivo, spielt der Innerschweizer auch aushilfsweise in anderen Bands oder mit «seiner» Band Kubus, die in den Jazzschul-Zeiten entstanden ist. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist für Rafi nicht immer ganz einfach:

«In letzter Zeit hat dies auch öfters zu Konflikten geführt. Blöderweise passiert es immer wieder, dass einen Monat lang fast nichts läuft und an einem Wochenende fünf verschiedene Sachen sind. Das nervt. Aber es liegt in der Natur der Sache».

Doch die Reiserei, die der Job mit sich bringt, stresst ihn nicht. Im Gegenteil. Er geniesst es, von einer Stadt in die andere zu jeten und live zu spielen.

Rafi mag Bewegung. Ein Grund, warum ihm Schlagzeugspielen so gefällt:

«Es ist die Verbindung zwischen dem Körperlichen und dem Musikalischen, die das Schlagzeug ausmacht.»

Auch Rafi Wolls Schüler, die er einmal pro Woche an der Musikschule Willisau und aushilfsweise an der Jazzschule Luzern unterrichtet, fasziniert das Schlagzeugspielen.

«Die Faszination geht mit der Zeit jedoch etwas verloren, wenn sie merken, dass sie auch üben sollten und es nicht nur der Plausch ist», weiss Rafi und schmunzelt spitzbübisch: «Aber ich kann das gut nachvollziehen».

Als sechsjähriger Sprössling begann er Schlagzeug zu spielen. Zuerst war's ein «Furz», wie er seine Anfänge beschreibt. Sein Talent blieb aber nicht verborgen und so nahm er bereits mit neuen Jahren Schlagzeugunterricht. Rafi kann sich noch gut an den ersten Auftritt als Schlagzeuger bei einer Schülerband erinnern:

«Das war ein ziemlicher Erfolg. Wir spielten zwei Stücke und als Zugabe noch einmal das Erste. Die Leute fanden es super», grinst der sympathische Musiker.

Doch in seiner Jugendzeit rückte die Musik in den Hintergrund und Rafi verbrachte seine Freizeit viel lieber auf dem Fussballplatz. «Eine Phase,» wie er zu verstehen gibt. Erst in der Kanti kippte es und das Schlagzeug wurde wieder wichtiger. Schliesslich ist der Entschluss, professioneller Musiker zu werden, gereift. Rafi entschied sich für ein mehrjähriges Studium an der Jazzschule Luzern.

Dass Rafi sich gerade für die Jazzschule entschied, hatte einzig den Grund, einen Abschluss als Berufsmusiker zu machen. Denn mit Jazz an sich hatte das Jungtalent noch nicht viel am Hut. Während in seiner Familie, mit der Mutter als Flötistin, die klassische Musik einen hohen Stellenwert hatte, stand der Teenie mehr auf Pop und Rock, bis er schliesslich in die Hard Rock-Szene rutschte. Rafi fand die Zeit zwar «cool», konnte sich aber mit der Szene nicht so recht identifizieren.

«Ich war fast ausnahmslos nicht zufrieden, mit dem was ich spielte. Es ging darum, sich zu präsentieren, sich möglichst zu verkaufen und da merkte ich, dass vieles nicht stimmte. Es war viel Schein und weniger Sein», erinnert sich der heutige 31-Jährige.

Schon während der Jazzschule musste Rafi merken, dass das Musiker-Dasein nicht immer so leicht ist:

«Ich kann mich noch erinnern, dass ich im zweiten Jahr an der Jazzschule Woche für Woche aus der Schlagzeugstunde kam und mich ärgerte, weil nichts ging. Aber es war nicht so, dass ich so verzweifelt und frustriert gewesen wäre, dass ich nicht mehr Schlagzeug spielen wollte.»

Manchmal fragte sich Rafi auch: «Gebe ich mich einer Illusion hin?» Noch heute gibt es für Rafi Abende, wo einfach nichts mehr geht und er findet: «Scheisse, was spiele ich?»

Dafür sind die Erfolge umso schöner:«Ich habe einige coole Dinge erlebt. Vor allem die internationalen Sachen waren toll, so auf Tour zu sein, andere Länder und andere Städte zu sehen.»

Ist denn nicht irgendwo die Angst, dass es auf einmal zuviel Musik werden könnte? Für Rafi ist klar, dass ihm die Musik nicht verleiden kann, denn er ja zwei tolle Freizeitbeschäftigunen, die Abwechslung bringen:

«Mein Beruf ist Schlagzeuger und meine Hobbies sind Klavier und Gitarre spielen.»



Mehr Informationen:
http://www.kubusmusic.ch/