 |
Warum das Rock am Ring Festival am Nürnburgring über Pfingsten (für uns) ins Wasser fiel und ich trotzdem nicht in den Reise- journalismus wechselte.
Zum ersten Mal melde ich mich kommentarmässig zu Wort, und dann gleich mit schlechten Nachrichten. Aber es muss einfach gesagt werden. Wir waren nicht am Rock am Ring-Festival am deutschen Nürnburgring. Nicht etwa, weil wir, blacksheep Martina und co-blacksheep Monica die lange Reise in überfüllten Pfingst-Zügen nicht auf uns nehmen wollten. Im Gegenteil.
Für ein Festival mit Metallica, Iron Maiden, Moby und Reamonn hätten wir sogar das Zelt eingepackt (trotz Zelt-Phobie), nasse Socken (schauderhaft) und drei Tage ohne Duschen (kein Kommentar) ertragen. Es kam ganz anders...
Wir waren (logischerweise) nicht die einzigen, die beinahe in Freudentränen ausbrachen und am liebsten die ganze Welt umarmt hätten, als das Wahnsinns-Programm bekannt wurde. Diese Manie ist den Veranstaltern, der Marek Lieberberg Konzertagentur, auch gründlich zu Kopf gestiegen. Oder sie waren mit dem Massenauflauf der Medien total überfordert.
Knapp anderthalb Wochen vor dem Festival erhielten wir eine Absage für die Berichterstattung. Ich war platt. Nicht über die Absage an sich, nein, so was kommt vor. Viel mehr, weil diese so kurzfristig eintraf.
Da standen wir nun mit unseren Zugtickets - ohne Rock am Ring-Billett. Der Postversand war bereits eingestellt, die Tickets nur noch vor Ort mit zusätzlichen Gebühren erhältlich. Da musste ich handeln.
Trotz der ausdrücklichen Bitte, von telefonischen Nachfragen Abstand zu nehmen. Nach langer Telefonnummer-Suche und einer falschen Nummer später, kam ich bei der Marek Lieberberg Konzertagentur durch.
Am andern Ende eine bereits genervte Telefonistin, die versuchte, mich professionell loszuwerden («Sie können die Tickets an der Kasse vor Ort kaufen»). Was ihr auch gelang, in dem Sie einfach auflegte. Platt-Blick nr. 2 an diesem Tag. Meine Bitte, mir doch noch zwei Tickets zum normalen Preis zu verschicken, blieb irgendwo in der Leitung hängen. Aber das störte ja die Lieberbergs sowieso herzlich wenig.
Der Vorbericht, den wir mit der Anmeldung abliefern mussten, haben wir ja geschrieben und publiziert. Das Gratis-Werbe-Marketing haben sie also im Griff.
Im Gegensatz zum Medienwesen. Denn; dass es Medien gibt, die ihre Berichterstattung auch planen müssen und es je nach Weg - das Rock am Ring ist ca. 7 Stunden von Bern entfernt - auch schon mal was zu buchen gibt, (da ist Pfingsten wohl ein dankbares Beispiel), dafür darf man wohl von einer Konzertagentur wie Marek Lieberberg, die laufend grosse Konzerte organisiert, etwas Verständnis und Entgegenkommen und sicher ein Mindestmass an Anstand und Professionalität erwarten.
Zugegeben. Ich habe mich grün und blau geärgert. Ich wollte sogar in die Reiseberichterstattung wechseln. Klar hätte wir auch auf Gut Glück die Tickets vor Ort kaufen können, aber solche Arroganz auch noch unterstützen? Nein Danke. Das haben wir nicht nötig- und die Marek Lieberberg Konzertagentur anscheinend auch nicht.
Also fuhren wir doch lieber in die Studenten-Stadt Heidelberg. Denn nebst dem gigantischen Schloss, der längsten Fussgängerzone Europas und den wunderschönen Schifffahrten, die manchmal sogar bis zum Rhein führen (sofern man morgends um 8 schon aufstehen will), gibt es in Heidelberg auch das beste Gemüserisotto - und die schönsten Kellner. Aber mal ganz ehrlich.
Was sind braungebrannte Südländer schon gegen saftigen, harten und herzzererreissenden Rock? Genau. Megamässig langweilig...
Das Mail, das ich von der Marek Lieberberg Konzertagentur erhalten habe, wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten:
TELEFAX
An / to: Martina Maurer
Von / from: Katharina Wenisch
Datum / date: 27. Mai 2003
Seiten / pages (incl. 1): -1-
Betr. / ref.: Rock am Ring / Rock im Park 2003
Sehr geehrte(r) Frau Maurer,
wir bedanken uns für Ihr Interesse an unseren Pfingstfestivals 2003.
Leider ist bei dem außergewöhnlichen Programm der Superstars das Medien-Interesse überdimensional, die Anfragen nach den limitierten Pressekarten/Fotopässen so immens, dass wir nicht alle Wünsche erfüllen können.
Die Pressekarten/Fotopässe vergeben wir an unsere Medienpartner, die nicht nur in der Vorberichterstattung unsere Arbeit intensiv unterstützen, sondern auch eine lokale Chronistenpflicht zu erfüllen haben.
Haben Sie bitte Verständnis, wenn wir Ihnen keine Pressekarten/Fotopässe zukommen lassen können, da die Arbeitsbereiche im Pressezentrum und das Platzangebot auf der Pressetribüne leider begrenzt sind.
Leider haben wir inzwischen auch eine lange "Warteliste" auf die Presseplätze, bitten darum in jedem Falle von telefonischen Rückfragen Abstand zu nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Katharina Wenisch
National Press Officer
|