Das neue Album von Gnu (marco)Milky Way Nach 'Carrot' und 'Discover on You the Spirit of...' bringen Gnu ein weiteres Album auf den Markt. Sie verlassen allmählich das Indie-Genre und wenden sich mehr dem Pop/Rock Stil zu mit vereinzelten World Music Einflüssen. Die drei Jungs aus der Romandie stehen mit ihrem dritten Album Milky Way am Start. Sie bilden seit 1997 eine Band und bestehen aus Alain (Vocals, electric und acoustic Guitar, Keyboard), Patrice (Bass) und Sergio (Bass, Samponia, Bariton, Charango, Vocals), wobei Sergio ursprünglich aus Bolivien stammt und so die verschiedenen, zum Teil exotischen Instrumente einbrachte. Die Combo, welche sich zu Beginn ihres Werdegangs deutlich an Indie-Bands anlehnte, hat ihren eigenen Stil entworfen und ist heute, wie gesagt, eher im Pop/Rock Bereich anzusiedeln; oder wie es die Gruppe ausdrücken würde: Gnupoprock. Da die Band über keinen eigenen Drummer verfügt, musste ein auswärtiger Stick-Schwinger mit Namen Fred Bopp angeheuert werden. Er bewältigt seinen Teil der Arbeit mit Bravour und verleiht dem Sound zusätzlich sehr viel Dynamik. Das Album wurde im Studio A l' Abri du Succès in Fribourg aufgenommen. Gemixt wurde im Studio Relief in Belfaux, das Mastering fand in den SNB Studios in Montreal statt. Das Album beinhaltet 15 Titel. Los geht es mit einem soliden poprock Song 'The Chase'. Ein mehr als gelungener Opener. Im ähnlichen Stil geht es weiter mit 'Into the Sun', wo auch gleich die ersten exotischen Töne angeschlagen werden. Anstelle von fremden Klängen tritt in 'It Ain't Time' wieder ein kraftvolles und die ganze Band nach vorne treibendes Schlagzeug in Szene. So geht es weiter, mal schneller und dynamischer, mal ruhiger und Radio tauglicher.
Alles in Allem mag das Album Milky Way zu überzeugen, es handelt sich um soliden poprockigen Sound für jedermann und -frau. Besonders der Schlagzeugsound und die Stimme von Alain können überzeugen. Schade ist, dass in den zum Teil doch sehr stark verzerrten Gitarrenriffs und in den Basslines die exotischen Instrumente fast völlig untergehen. Etwas mehr von diesen traditionellen Klängen hätte die ganze CD noch erlebnisreicher gemacht und vom poprockigen Alltag abgehoben. |