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Endlich zurück! (marco)
Metallica St. Anger

Seit dem letzten Album mit dem Symphony Orchester von San Francisco, ist es aus musikalischer Sicht still geworden um die Band, abgesehen von 'I disappear' für den OST von Mission Impossible 2.

Es wurde mehr über die Klage gegen Napster, um die Alkohol- probleme von Sänger James Hetfield und den Ausstieg von Bassist Jason Newsted berichtet, als von der Musik.

Nun scheinen diese Probleme beiseite gewischt worden zu sein. James hat erfolgreich ein Alkoholent- zugsprogramm hinter sich gebracht, die Napstersache gehört der Vergangenheit an und auch mit Jason Newsted und Metallica werden, nachdem leider einige böse Sätze die Seiten wechselten, die Fronten allmählich wieder aufweichen, zumal er der neue Bassist von der kanadischen Band Voivod ist. Neu am Bass bei Metallica ist Robert Trujillo, ehemals Bassist von Ozzy Osbourne und den Hardcore-Metallern Suicidal Tendencies. Wer ihn beobachtet hat am Rock am Ring, auf MTV oder sogar Live, erkannte viel Energie und Dynamik, die Trujillo in die Metallmaschinerie Metallica einbringt.

Nun melden sich die Four Horsemen also mit ihrem 10. Album zurück und hauen elfmal so richtig in die Saiten.

Aufgenommen und gemixt wurde die Platte im Metallica Headquarters in San Rafael, CA; gemastert wurde in New York in den Sony Studios. Hauptverantwortlicher für die Aufnahmen war, wie immer seit dem legendären Black Album, Bob Rock, der ebenfalls den Basspart im Studio übernahm, da Trujillo noch nicht an Bord war.

Im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums war vom Vergleich mit dem Kill' em All- und Master of Puppets-Album gesprochen worden, was aus meiner Sicht nicht ganz zutreffend ist, da der Sound und die Intensität von St. Anger dem Vergleich mit den beiden genannten Alben nicht standhält.

Meine beiden Lauscher benötigten einige Durchläufe, bis sie sich an den neuen Klang gewöhnten. Da waren einerseits die neuen und, Metallicafans eher unbekannten, melodiösen Zwischenteile, die doch gewöhnungsbedürftig sind, anderseits fehlen Gitarrensoli von Kirk Hammett voll und ganz. Aber wie gesagt, mit jedem Mal da ich die CD höre, wird sie besser. Man spürt den ganzen Zorn und die Wut, die sich in der vergangenen Zeit aufgestaut hat.

Besonders gut gefallen mir die Gitarrenriffs, die so richtig drauflos brettern (Zu Beginn von 'The Unnamed Feeling' und 'Purify'). Sehr ausdrucksstark und Aggressiv klingt die Stimme von James. Was mir hingegen weniger zusagt sind die Drums, genauer die Snarebüchse. Sie ist sehr hart eingestellt und sticht zum Teil zu stark in den Vordergrund.

Das Album als Ganzes betrachtet tönt unsauber und dreckig, was aber nicht heissen soll, dass es keine gute Platte ist oder schlecht abgemischt wurde. Vielmehr ist genau dies das Spezielle, Charakteristische dieser Scheibe. Es ist als wenn vier Typen in einer Garage ihren Frust von der Seele rocken.

Wer die Spezialedition gekauft hat und zwar zum selben Preis wie das normale Album, hat zusätzlich eine DVD erhalten, auf der die Band in ihrem Headquarters die elf Songs auch für den Flimmerkasten zum Besten gibt. Da soll noch einer sagen, Metallica sei nur noch am Geld interessiert!


Mehr Informationen:
http://www.metallica.com