News & Headlines im März
Muse - Good old england
Toilet - Basler Nachwuchsband
Breakthru - Contest im ausverkauften Volkshaus
Samy Deluxe - Deluxe Soundsystem in Biel
Westwood - Country Musik in Wohlen
Dubois - Schwer, trocken aber witzig
Chriesi Stones - Die Rolling Stones der Schweiz
Maes - Die Vielfalt in einer Person
Pinkostar - Das Norddeutsche Quartet
MP3-Center - Das schweizer MP3-Centrum in Zürich


Das legendäre blacksheep.ch Online-Radio
Unser beliebetes online Game!
Die blacksheep.ch Konzertagenda
Das Schwarze Brett für Deine Nachrichten
Der blacksheep.ch Musiksuchdienst - Der Sherlock Holmes unter den Suchdiensten
Linkzone : Go Surf!
Die neusten CD's auf blacksheep.ws
Inhalte schnell gefunden
Der Musikeigenvertrieb für Deine Musik
Weitere Dienste






Das Hamburger Musiklabel der anderen Art!










Ich bin gerne Krank (claudia)

Eine Hymne auf Muse

Die Autorin entschuldigt sich hiermit bei allen die nicht ihrer Meinung sind für ihre Meinung

Ich habe das Vergnügen, andere Menschen an meine Krankheit annähern zu lassen, die glücklicherweise nicht wie so einige zum Tode führt, sondern für angenehmes Wohlbefinden und das Laut-Mitsingen-Syndrom sorgen. Ob lautstark aufgedreht im Auto oder Disc Man, es rührt mich jedes Mal von Neuem. Hätte ich meine ersten Kontakte mit der seeehr ansteckenden Krankheit erst vor kurzem gemacht, man hätte sagen können: "Okay, der Virus ist eingekauft und korrekt ins Ohr montiert!" Doch es ist schon viel fortgeschrittener.

Vor etwas mehr als zwei Jahren ist die Krankheit mit dem so einfachen und doch so bedeutungsschwangeren Namen "Muse" ausgebrochen, aber unter uns gesagt: Ich habe gar nichts dagegen genommen.

Es ist sowieso aussichtslos, denn das kann man nicht, das muss man hören, immer und immer wieder, irgendwie gibt's kein Entkommen. Andere sind drüber hinweggekommen, aber einigen steht es erst noch bevor. Ich bin immer noch mittendrin und werde es auch bleiben.

Da soll mir keiner kommen und sagen, das teetrinkende "good old" England bringe keine gute Musik mehr aus dem regennassen Boden hervor. Dominic Howard, an den Drums, Chris Wolstenhome, am Bass, und Muse-Motor Matthew Bellamy, Gesang und hinter dem Keyboard, beweisen das pure Gegenteil: sie sind das Mass aller (Rock-)Dinge. Israelis, Franzosen, Hawaianer, Italiener, Deutsche, selbst viele Westschweizer wissen von wem man spricht, wenn man Muse erwähnt. Nur an den Deutschschweizern scheint es spurlos vorübergegangen zu sein. Das soll natürlich nicht heissen, dass es nun von höchster Wichtigkeit ist, den Leuten zu sagen: "Loooos, kennt Muse, du kannst die nicht einfach nicht kennen. Nein, es ist aushaltbar hier in der Deutschschweiz, hier hat Muse noch meinen Understatement-Bonus. In Deutschland stehen bereits junge Teenies vorne am Bühnenrand, um das Trio anzuhimmeln und anzukreischen.

Grössere Konzerte gewöhnt, kamen sie eines schönen sonnigen Tages ins kleine, öde, aargauische Muri ans Open-Air "Guggibad" und spielten vor weniger als einem Zehntel der Zuschauermenge, die sie schon hingekriegt hatten.

Nun ist die Zeit gekommen, kurz einen kritischen Ton zum Konzertverhalten einzuschlagen.

Zuerst eine kleine Vorgeschichte, die sich im vergangenen Jahr abspielte: In Montreux am Jazzfestival gab es für den Muse-Auftritt schon längere Zeit keine Tickets mehr zu holen. Mein im Auto gereifter Wunsch, endlich wieder einmal live alle Lieder laut mitzuschreien, mitzufühlen und mit den Meisterwerken eins zu werden, schien nicht in Erfüllung zu gehen. Als ich vom Coup der "Guggibad"-Crew hörte, wusste ich, dass mein Konzert-Jahr gerettet war. Schon Monate zuvor freut man sich auf solch rare Konzerte.
Nicht mal mein Lieblingslied haben sie gespielt! "Dark Shines", das mich in Wälder mit vom Winde verwehten und rauschenden Blätter versetzte, das mich in grünes, hohes Gras träumte, mit Ausblick auf schneebedeckte Bergspitzen, eine nach der anderen und die Sonne links im Bild. Wie die Gitarre gezupft wurde, wie sie hallte, dieser geniale Zwischenteil, der zu übertreffen nicht möglich ist. Und sie haben's nicht gespielt... Eine Zugabe gab's auch nicht. Ein Lächeln höchstens dreimal. Der Abgang innerhalb Sekunden.

Ist es gerecht, einem kleineren Publikum den kalten Rücken zu zeigen, nur weil es nicht so zahlreich erschienen ist wie einen Tag zuvor? Oder war das die Müdigkeit, die zum Abschluss einer harten Open Air-Tournee durch Europa und wer-weiss-wo die Gemüter der Südengländer tötete?
ch habe mich mit mir auf Letzteres geeignet, also weiter mit der Lobeshymne.

Wie viele Menschen wissen, wie es ist, sich tausendmal von denselben 23 Liedern über Jahre hinweg in dieselben Sphären hinabrieseln zu lassen, die jedes Mal von Neuem begeistern?

Es fühlt sich in etwa so an: Man hört zwei bis vier Jahre (je nach Erscheinungsdatum) nichts anderes als die einzigen zwei CDs der gleichen Band, man versucht's mit anderem, es geht nicht, keine Musik ist annähernd so spannend, man kehrt zurück, man bleibt und weiss, die Suche ist beendet, die Suche nach dem perfekt klingenden Sound, den man immer und immer und immer wieder hören kann, und von dem man weiss, dass man nie eine Musik hören wird, die besser, spannender, melodiöser ist und einen tief drinnen so berühren kann.

Der Sound so charismatisch wie der Sänger, der hinter dem Keyboard steht, seine Melodien spielt und mit seiner unnachahmlichen Stimme seine Texte ins Mikrofon singt und scheinbar leicht die hohen Töne trifft.

Und dann kam die Lätta-Werbung. Gemütlich sass ich zu Hause, stopfte kleine Pizzas in mich rein, und plötzlich hörte ich es: "It's a new dawn, it's a new day life for me, and i'm feeling gooood"; mein "Gute Laune"-Lied, wenn ich auf der Autobahn Richtung Arbeit fuhr. Aus dem Fernseher flimmerte uns eine Frau entgegen, die zwischen zwei Männern in blitzblanken weissen Laken eingewickelt lag. Neckische Bewegungen liessen vermuten, was die drei gerade so trieben. Doch plötzlich war die Lust nach einem mehr befriedigerenden Brotaufstrich, den man getrost auch ohne Brot verspeisen kann, grösser als die auf zwei muskelbepackte Männer im Himmelsbett und das nackte Fräulein machte sich auf den Weg zum Kühlschrank. Natürlich alles unterlegt mit Muse's "Feeling good", dem einzigen Song, der auf der zweiten CD "Origin of Symmetry" (2001) nicht Matthew Bellamys Handschrift trug.

Ein Klassiker und im Moment gerade wieder an der Spitze der meistgespielten Lieder in meinem Disc Man ist der wohl bekannteste Song der Jungs: "Muscle Museum". Einfach genial! Die erste CD "Showbiz" (1999) wird dominiert von vier starken Liedern: "Muscle Museum", "Uno", "Escape" und dem wunderschön anmutenden langsamen Lied "Unintendend". In England wurden sie für "Showbiz" mit dem NME-Award "Best new Band" ausgezeichnet. Die zweite CD verfügt zwar nicht über solche Meisterwerke, doch kein einziges Lied fällt ab.

Der Grund, wieso die Jungs überhaupt Musik machen, ist eigentlich ganz einfach: Es gab zu viele Jamiroquai-Kopien.

Bei einem Nachwuchswettbewerb im Süden Englands machten Muse nur mit, um ein wenig Abwechslung in diese tragische Entwicklung zu bringen. Prompt gewannen sie den Wettbewerb und, nun ja, der Rest ist Geschichte.

Die neueste Platte ist seit Mitte 2002 auf dem Markt. Das Doppelalbum "Hullabaloo" beherbergt eine Liedersammlung von B-Seiten auf der einen und ein Live-Konzert im "le zenith" in Paris auf der anderen CD. Für eine mit Live-Auftritten nicht gerade überhäufte Anhängerin ein mit Sehnsucht erwarteter Glücksfall. Die Live-Version von "Muscle Museum" im Auto tönt zwar gut, doch live ist eben doch auch nicht gleich live. Muse zu sehen und zu hören fühlt sich anders an. Beim Konzert ist alles in blauschwarz getaucht, im Laufe des Endes fliegen riesige blaue Ballone über dem Kopf, die bei Berührung mit spitzigem Gegenstand glitzernde blaue und schwarze Fetzen vom Himmel fallen lassen.

Langer Text, kurzer Sinn: Muse ist die sinnlichste, melodiöseste, mitreissendste, vereinnahmendste, erfrischendste, überraschendste, spannendste und überhaupt besteste Band der Welt!

Ich bin gerne krank...


Mehr Informationen:
http://www.muse-official.com/


blacksheep.ch - Bewertung
Entspannend
Melodiös
Fun
Genuss
Haarsträubend
Überraschend