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Special: Music Vibration 03 (martina)
Dem Erfolg auf der Spur

Seit seine Single "New Day" im letzten Jahr erschienen ist, tourt der Nidwaldner Sänger Ivo quer durch die Konzertlokale - und durch die Schweizer Medien. Warum er aber vom Erfolg noch weit entfernt sei, verriet der Newcomer in einem Interview vor seinem Auftritt an den Music-Vibrations.

Ivo machte sich seinen Weg zum Shootingstar 2003 nicht leicht. Aber er nahm den Weg mit Leidenschaft. Denn der Nidwaldner Sänger ist überzeugt:

"Ohne Leidenschaft wäre dies nicht möglich. Ich glaube, wenn ich die Leidenschaft nicht mehr hätte, würde ich sofort aufhören. Wenn man 12 Stunden in einem Bus von A nach B fährt und warten muss, braucht es auch Leidenschaft um zu Wissen, warum man etwas macht. Diese Leidenschaft spüren auch die Leute. Das ist das Wichtigste."

Dass das Musikbusiness kein Spaziergang ist, musste auch der Nidwaldner erfahren:

"Es gab viele Erlebnisse, die sehr lehrreich waren. Mir wurde schnell klar, wie hart es in diesem Business zu und her geht, wie in gewissen Situationen der Hammer fällt und das zum Teil auch sehr ungerechtfertigt. Ich musste zwei, drei Mal ziemlich derb einstecken, obwohl ich eigentlich wusste, dass ich richtig liege. Mit dem umzugehen ist ziemlich heavy."

Vor drei Jahren spielte Ivo seine ersten Songs auf CD ein
und begann mit dem Ex-BAP-Gitarristen Klaus Heuser zusammen zu arbeiten. Die Aufnahmen verliefen nicht glücklich und die Produktion brachte nicht das, was Ivo und der Musikmarkt sich erhofften. So verwarf der Sänger seinen ersten Versuch und machte sich auf die Suche nach neuen Ideen - und schliesslich auf den Weg nach Amerika. Mit dem Produzenten Neil Dorfsman, der unter anderem auch Sting produzierte, arbeitete Ivo dreizehn Wochen an seinem Werk "All in All", welches im letzten Jahr in der Schweiz erschien und im April 2003 auch den Sprung über die Landesgrenze schaffte.

Nun ist Ivo mit einer professionellen Band unterwegs. Die Gitarristen Dani Schaub und Ewi Heusser, Keyboarder Pim Nieuwlands, Pianist Stephan Lingertat, Bassistin Nina E. und Drummer Rafi Woll legen die musikalischen Grundsteine für Ivos Texte, die er hauptsächlich selbst geschrieben hat. Eine Band, die sich trotz Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten nicht nur auf musikalischer Ebene versteht.

"Ich finde, wir sind eine supergute Clique," das ist für den modebewussten Sänger klar. Eine Truppe, die es versteht, ihre Fans mit süffigen Mainstream-Melodien zu begeistern.

Ivos Sound tönt zweifellos international und bewegt sich national auf eigenständigem Boden. Die Songs sind eingängig und bleiben einem hängen, etwas, was für den Sänger wichtig ist:

"Eingängigkeit ist sicher ein Bestandteil, von dem was ich mache. Ich versuche unter anderem auch Songs zu schreiben, die den Leuten hängen bleiben. Das ist die Herausforderung. Es ist meiner Meinung nach das Schwierigste überhaupt, eingängige Musik zu machen, weil dies der Beweis dafür ist, dass man die Leute erreicht hat. Irgend etwas zu schreiben, das niemand gut findet oder niemand nachsingen kann, das ist eigentlich das Einfache."


Einfach macht es sich Ivo auch heute nicht.
Denn als Erfolg sieht der ehrgeizige Blondschopf seine Karriere noch lange nicht.

"Damit ich sagen kann, dass der Erfolg da ist, braucht es noch sehr viel. Logisch läuft vieles gut und viel Schönes passiert in kurzer Zeit. Es gibt aber auch Dinge, die nicht gut laufen, die nicht stimmen. Und von Erfolg rede ich erst dann, wenn ich von der Musik leben kann und davon bin ich so weit entfernt wie noch nie. Der Antrieb war für mich nie, mich irgendwo auf einem Titelblatt zu sehen. Insofern ist es für mich heute auch keinen Beweis für den Erfolg. Klar ist das Shakira-Ding mega, das ist ein Traum. Dahinter steckt aber harte Arbeit."

Arbeit, die sich einmal mehr gelohnt hat. Denn wo er in seiner Jugendzeit seine Lieblings-Bands bewunderte, stand er am 2. April dieses Jahres selbst: Im Zürcher Hallenstadion, drei Tage später, nach dem er zum ersten Mal als Support-Act von Shakira in Wien auf der Bühne stand. Obwohl Ivo das Schweizer Konzert-Mekka nie als Ziel hatte, war für ihn sein 20. Gig überhaupt eine Herausforderung:

"Ich war nie der, der den grossen Traum vom Hallenstation sehr bewusst hegte. Trotzdem, früher, als wir an Konzerte gingen, gingen wir immer ins Hallenstadion. Logisch, hat dies so nun eine gewisse Anziehungskraft. Ich hatte aber gar nicht die Zeit, mich darauf einzustellen, denn wir standen innerhalb einer Woche plötzlich und unverhofft dort drin."

Doch auch davon lässt sich der eigensinnige Innerschweizer nicht blenden, obwohl er grosse Konzerte eigentlich mag:

"Ich fühle mich auf grossen Bühnen wohl. Je mehr Platz ich auf der Bühne habe, desto wohler ist es mir und die Musik erhält mehr Luft. Ich lebe gerne dort, wo es Luft hat, wo man die Fenster öffnen kann und man Licht hat."

Da kommt die Open Air-Saison gerade richtig. Ivo freut sich schon auf seine Gigs unter freiem Himmel und wird sich dort wohl einzig von Sonne, Mond und Sternen blenden lassen.


Mehr Informationen:
http://www.ivo.cd/


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