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Special: Music4 Music 03 (claudia)
Die Young Gods sorgten für den krönenden Abschluss

In einem Raum im Volkshaus Treppe ganz rauf, rechts, geradeaus, rechts, links, geradeaus, waren Massen von Stühlen mit Bandmitgliedern, Einzelperformern, Mamis, Papis, Kollegen und Neugierigen besetzt. Für die Feministinnen unter uns: Bandmitgliederinnen, Einzelper- formerinnen, Kolleginnen und Neugierigiennen. Die, die keinen Platz fanden oder einnehmen wollten, blieben stehen und versperrten den Eingang. Es war so gut besucht, dass dies unausweichlich war. Auf der Bühne tummelten sich mal zwei, mal einer, mal drei, mal fünf.

Die vierköpfige Jury in der linken Ecke wechselte je nach Sparte, entweder Rock, Electronic, Dance oder Urban. Einer der MCs hielt das Mikrofon vor seinen Mund, erzählte irgendwas, um dann gespannt aus einem Topf die auf Zetteln notierten Band-, DJ- oder Einzelkünstlernamen zu ziehen. Dabei gingen vielleicht ein paar Perlen verloren, die im Topf drin bleiben mussten, weil die Zeit ja nicht für alle reichen konnte.

Diejenigen, die das Glück hatten, gezogen zu werden,
durften sich nach vorne auf das bequeme Sofa in der rechten Ecke setzen. Während dieser Nach-Vorne-Lauf-Zeremonie ertönte die Musik der Betroffenen.

Die vier Juryköpfe guckten gespannt in die Luft, ins Publikum, auf das Papier vor ihnen, notierten sich etwas, guckten wieder in die Luft, notierten wieder etwas, und so weiter und so fort.

Danach war Kritik angesagt, je nachdem positiv oder negativ. Meistens beides miteinander. Etwas Positives - so weit dies die Autorin mitverfolgt hat - wurde jedem mitgegeben. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben und schon gar niemandem verderben.

Ein junger DJ wurde,
als sein Name aufgerufen wurde, wild von seinen Eltern und dem Bruderherz beklatscht. Etwas hampelig bewegte er sich nach vorn. Wohl die Nervosität. Mutter zückte Fotokamera, Bruder zückte Digitalkamera, Papa zückte Filmkamera. Oben erzählte der schlaksige Junge, dass er gerne etwas Spezielles gemacht hätte. Doch ein gewichtiges Problem liess sich nicht einfach aus der Welt schaffen: Jeder seiner musikalischen Gehversuche kam wieder immer auf das Gleiche zurück. - Da meint die Autorin nur: Dies ist doch Trance pur! - Die Kritik ging denn auch profiseitig von Anfang an in Richtung "alles schon mal gehört".

Wenn es dann wieder zu schräg ist, gefällt es jedoch auch nicht. Keine einfache Sache mit Musikexperten. Auf den individuellen Geschmack kommt es sowieso nicht an, der Massengeschmack regiert! Was allen einigermassen gefällt, gewinnt. So war es auch hier.

Aus den vier Kategorien wurden je drei, um es M4Music-like auszudrücken, "Artists" für den am Samstagabend stattfindenden Diesel-U-Music-Award bekannt gegeben. Dieser Award fand dieses Jahr das erste Mal im Rahmen der M4Music-Tage statt. Für die Gewinner, auch den Zweit- und Drittplatzierten, gibt's zum Lohn einen Platz auf der ersten Compilation der Diesel-U-Music-Awards mit Schweizer Beteiligung.


Diesel-U-Music-Awards
Das Volkshaus schien anfänglich der Diesel-U-Music-Awards wie leer. Fast nur diejenigen, die schon den ganzen Nachmittag dort verbracht hatten, zeigten sich. Es erwies sich als kleinere Täuschung der Autorin. Von Viva Swizz waren zwei Moderatoren anwesend, die eine, Jubaira, nahm auch in der HipHop-Jury Platz, und der andere, Marco, begnügte sich mit einer mehr oder weniger kurzen Moderationseinlage. Sie standen auf die Bühne, kurze Einleitung, Anlockung des doch zahlreicheren Publikums und schon war der erste Gewinner verkündet. Einige Minuten später war der ganze Spuk vorbei, die Moderatoren zogen ab, die Gewinner freuten sich und die Medien stürzten sich auf sie. Letzteres nicht ganz so krass, wie man meinen könnte.

In der Kategorie Rock gewannen die Luzerner "Made in Mind". Die Westschweiz dominierte dafür in den anderen Sparten: "Reasons" (Dance) und "Mo'bop" (Urban) aus Lausanne sowie "Subtone Trio" (Electronic) aus Carouge. Alle die dürfen sich auf die Diesel-U-Music-Awards Europe freuen, wo sie dieses Jahr teilnehmen können.

Dann war der offizielle Teil vorbei und alles wartete gespannt auf die "Young Gods",
die zuerst mit einem DJ-Set starteten. Etwas anderes erwartet, zog die Autorin kurz enttäuscht weg, um pünktlich zum Live-Konzert wieder zurückzukehren und erfreut festzustellen, dass der Young God-Sound, ja, sagen wir's direkt, einfach geil ist. Der charmante Nachbar übernahm das Fotografieren für die Autorin, damit diese applaudieren konnte. Hier ein Dankeschön in eigener Sache: Reinhard zeichnet sich verantwortlich für das Foto, das den Sänger der Young Gods als denjenigen darstellt, den sie im Namen verewigt haben (siehe Foto irgendwo auf dieser Seite). Gratulation!

Die Young Gods waren sich nicht zu schade, zweimal zurückzukommen, um den Zuhörerwunsch nach mehr zu erfüllen. Die Autorin applaudierte sich wund. Elektronik mit verzerrten Gitarren vermischt, der charismatische Sänger und die psychedelischen Bilder im Hintergrund, alles passte und sorgte für den krönenden Abschluss eines doch lehrreichen, amüsanten und spannenden M4Music-Anlasses.


Mehr Informationen:
www.m4music.ch/