 |

"Ja, Du meinst den Musikertraum"! Lächelt Frontfrau Sonja Heller von Core22 auf Sven Epineys Frage nach dem (kommerziellen) Erfolg von Core22 und ob Sonja mit der bisherigen Karriere und dem Start Ihrer neuen Produktion zufrieden sei.
"Weisst Du, ich denke nicht zu fest an Morgen. Es ist besser, im Jetzt zu leben, ich bin heute hier und das Jetzt ist dieser Abend, das geniesse ich. Morgen ist dann wieder ein anderer Tag, ein neues Abenteuer."
-In Zeiten, da in der Musikbranche nicht mehr Mu- siker, sondern Stars am Werk sind, eine wunderbare Antwort. -Wunderbar und schillernd zugleich, wie der Auftritt von Sonja Hellers Core22 am DRS3 Showcase in Zürich.
Da sind da die heiligen Hallen des Radio DRS
Studioathmosphäre, privilegiert, staunend, schon fast schüchtern, wer hier wandeln darf, da sind da aber auch die grosszügig ausgeschenkten Cüplis und Häpplis, die viel zur Entkrampfung der allgemeinen Befindlichkeit zutragen. Beides zusammen ergibt den speziellen Charme des Showcase-Events, welcher das Label BMG zusammen mit DRS3 regelmässig veranstaltet. Krass und diametral entgegengesetzt, vorne auf der Bühne: Emotionen pur. Ausgestrahlt von Frontfrau Sonja, teilweise mit etwas viel "Weichspüler" untermalt von der Begleitband; zusammen Core22, der Anlass für diesen Showcase und die Anwesenheit von ca. 200 geladenen Gäste.
You are fucking special
So Sonja zwischen zwei Songs zum Publikum. -Etwas irritierte Reaktionen in den vorderen Reihen.-"Das ist als Kompliment gemeint",lächelt, allgemeines Aufatmen, Applaus, wir sind als Publikum nicht durchgefallen!
-Die Präsenz dieser Frau ist unwahrscheinlich, Ihre Stimme wie ein Engel, Ihr Wesen ist Erde, elementar, bindend. Sonja fokusiert. Sie und du, ein enger Austausch, ein gutes Gespräch.
-Nicht so ihre Musik, die mit der teilerneuerten Formation und dem aktuellen Set viel der früheren Kraft und Peppigkeit verloren hat und heute noch sehr viel Eigenständigkeit gegen Mainstream eintauscht. Core22 stehen aber am Anfang ihrer neuen Tour, so kann sich das im Laufe des Jahres sicher noch ändern.
-Nichts desto trotz: Core22 haben ihr Publikum auch an diesem Abend vom Start weg fest im Griff. Wir hüpfen, wenn es rockt, stehen ergriffen da, wenn's traurig wird, haben während des knapp zwei stündigen Sets unsere Hochs und Tiefs, gerade so, wie es Core22 wollen. Sicher einer der Höhepunkte dieses Abends ist dann der Schlusssong, ein Duett zwischen der, in der Formation eingegliederten, Cellistin Héllène und Sonja Heller. In dramatischer Weise zeigt sich hier die Intensität und Ausdruckskraft von Hellers Stimme, sowie das feine Gespür für eine wahre, wunderbare Dramaturgie, einfach, pur, intravenös.
You are fucking special
Wenn auch etwas derb ausgedrückt, bringt dieser Ausdruck Core22 auf den Punkt. Man kommt nicht umhin, sich mit dieser Band und ihrer Musik zu befassen, wird man erst einmal von ihren (Schall-) Wellen erfasst. Denn es gibt keine einfache Meinung, die man sich über diese Formation und deren Produkte so einfach bilden könnte. Und die dann auch einer weitern, ehrlichen Prüfung noch standhalten würde. Core 22 sind absolut mehr als 5 Minuten, sie bleiben im Hirn hängen, wenn auch noch nicht so richtig im Ohr. Dennoch: Core22 verdienen das Prädikat Wertvoll und Hinhören lohnt sich. Ganz bestimmt!
Mehr Informationen:
http://www.core22.ch
|