Die Auferstehung mit Hilfe der Magie der Musik (Bastian) Musique Simili"Cuir Simili" bedeutet Kunstleder, "Pierre Simili" sind falsche Edelsteine, und Musique Simili sind zwei Südfranzösinnen (Juliette Du Pasquier: Violine, Gesang, Kontrabass, Kastagnetten; und Line Loddo: Gesang, Kontrabass, Graile, Violine, Perkussion) und ein Berner (Marc Hänsenberger: Akkordeon, Klavier, Gesang), die sich vor vier Jahren entschlossen haben, sich mit Haut und Haaren und Lust und Seele der Musik zu widmen. Und es ist eine besondere Musik, die das neuerdings zu einem Quartett angeschwollene Ensemble (Neuzugang Roli Kneubühler: Nuanceur, Violine, Bratsche und Kontrabass) in unsere Breiten- und Höhengrade bringt: Musik, die sich einer geläufigen Einordnung widersetzt, Musik, die durchzogen ist von der Sehnsucht, Melancholie und Lebensfreude der Zigeuner, die auch gerne ins okzitanische Liedgut Südfrankreichs eintaucht und stets angereichert wird mit eigenen Ideen und Interepretationskaprizen - "Musique Simili" eben, die sich mit Respekt an den Originalen orientiert, um daraus eine neue Ästhetik zu schaffen. Da wehklagen sehnsüchtige Zigeunergeigen, da jammert ein leidenschaftliches Akkordeon, da bittet ein beschwingter Kontrabass zum Tanze, da hoppeln mal fröhliche, mal hymnische Gesänge durch immer wechselnde Klang-Landschaften, gesungen in Sprachen, die an hiesigen Schulen garantiert nicht gelehrt werden. Alles in allem erwecken Musique Simili in einem Bilder von farbigen Zigeunerlagerplätzen, gefüllt mit allen möglichen Kulturen, Artisten, Wahrsager, Hexen und (natürlich) Musikanten. Gerade so, als seien all die vergangenen Zirkusleute und Landstreicher aus ihren Gräbern auferstanden und zögen nun in einem fröhlichen Narrenzug voller Freude und wehmütiger Trauer durch die Welt; im Vorbeiziehen alles mit dem Lebensfieber infizierend. |