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Die etwas andere Funk-Band (martina)
Notabene
Sechs verschiedene Persönlichkeiten. Sechs Musikstile. Eine Band. Das sind Notabene, die Funk-Combo aus dem Mittelland. Eine Band mit Sinn für das Aussergewöhnliche. Ein Geheimtipp für Funkliebhaber und solche, die das Spezielle dem Alltäglichen vorziehen. In einem Bieler Café haben mir Sängerin Chantal und Schlagzeuger Micha von ihrer Musik erzählt. Natürlich liess ich mir ihr anschliessendes Konzert nicht entgehen...

Ein kleines Mädchen steht dort vorne auf der Bühne. Es ist Mariba. Sie testet die Rasseln und hilft sechs Musikern beim Soundcheck auf der Expo.02 Terminal B-Bühne. Mariba darf heute Notabene auf der Bühne begleiten. Keyboard, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Congas, und Mikros lassen jedoch nicht nur Mariba aufblühen, auch die sechs Notabene-Musiker wirbeln auf der Bühne herum und stellen alles professionell und sorgfältig für ihr Konzert ein. Dass sie schon einige Konzert-Erfahrung besitzen, merkt man. Neben verschiedenen Auftritten an Privatfesten, kleinen Open Airs und Musikwettbewerben haben sie ihren Namen unter anderem auch im Gaskessel hinterlassen. Mit dem Berner Club verbinden sie auch ihren ersten Auftritt, den Chantal besonders geprägt hat:

"Im Backstage-Raum im Gaskessel kommt man durch eine Lucke auf die Bühne. Ich kam dort hoch und sah die vielen Leute. Der Konzertsaal war voll", schwärmt sie."Dieser Augenblick ist mir geblieben."

Auch Micha erinnert sich und schmunzelt: "Ich war so nervös, dass ich kaum spielen konnte". Ja, die sechs Persönlichkeiten können schon auf viele gemeinsame Erinnerungen zurückblicken. Denn nicht nur die Musik verbindet Schlagzeuger Micha, Sängerin Chantal, Congas-Spieler Manuel, Gitarrist Sumi, Pianist Mathias und Bassist Tobi: "Wir sind nicht nur eine Band, sondern irgendwie auch eine Familie", erzählt Chantal.

So tourten Notabene vor zwei Jahren, kurz nach der Gründung der Band, zum ersten Mal und im letzten Sommer zum zweiten Mal durch Südfrankreich. In diesem Sommer zog es die junge Band jedoch nicht in unser französisches Nachbarland, sondern nach Kroatien. Gerade ein Konzert haben sie vor der Reise organisiert. Also machten sie sich ohne Tournee-Plan und mit ihren Instrumenten auf den Weg. Nach langen Wartezeiten am Zoll und etlichen Formalitäten fuhren die sechs mit ihren Begleitern drei Wochen der kroatischen Küste entlang.

Tagsüber fragten sie sich bei den Veranstaltern durch und spielten auf Dorfplätzen, in Beizen und auf Campingplätzen. Und wie es sich für richtige Abenteuer gehört, haben sie in Zelten übernachtet und zwischendurch auch mal ein Bad im Meer genommen.

"Die Erwartungen der Leute und der Wert einer Band in Kroation sind anders als in der Schweiz. Wir hatten gute Konzerte und schlechte Konzerte, viel Platz oder sehr wenig Platz zum Spielen. Aber es war eine gute Erfahrung" beschreibt Micha die Erinnerungen an die Tournee. Auch Chantal meint: "Es ist schon anders, aber sehr spannend". Doch im nächsten Sommer liegt das Ziel in der Schweiz: Am liebsten möchten sie an Open Airs auftreten und die Romandie erobern. Natürlich gehört auch ein Plattenvertrag zu den Zielen von Notabene. Denn Geld ist ein Thema, das in einer Band nicht wegzudenken ist. So entstand bei Notabene während einer abendlichen Diskussion die Idee, einen Gönnerclub zu gründen. Eine Idee, die in die Tat umgesetzt wurde und die es ihnen ermöglichte, eine Demo-CD aufzunehmen.

Bevor es aber soweit war und sich die fünf Musiker und Musikerin Chantal trafen, gingen alle verschiedene musikalische Wege. Micha zum Beispiel spielte früher mit dem Bassisten und dem Gitarristen von Scream zusammen. Mit Sumi, Manuel und Mathias gründetet der Lehrer schliesslich Notabene. Bei einem gemeinsamen Konzert von Tobi und Chantal, die klassischen Gesangsunterricht und Klavierunterricht nahm, wurden die beiden von den vier Notabene-Jungs entdeckt. Beim ersten Besuch war die Sängerin ein bisschen skeptisch, denn sie weiss, dass nicht nur die Musik, sondern auch die Kommunikation in einer Band funktionieren muss. Heute gewinnt die Musik für Chantal vor allem durch ihre Band-Kollegen an grosser Bedeutung.

Für die Rhythmiklehrerin war Musik schon immer sehr wichtig: "Musik baut auf, es ist irgendwie eine eigene Welt." Und für Micha ist klar: "Musik ist schon fast ein bisschen wie eine Droge. Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen!"

Ihre Freude, Zeit und Energie die sie in die Musik investieren spürt man auch, wenn Notabene auf der Bühne Gas geben. Die sechs sind ein gut eingespieltes Team und ergänzen sich perfekt. So kommt es schon mal vor, dass Chantal ans Piano sitzt und Manuel das Mikrofon übernimmt. Gerade ihr spezieller, popiger Funk-Stil macht ihr Sound abwechslungsreich und spannend. Kein Song tönt gleich wie der andere. Etwas, was für Notabene sehr wichtig ist. Deshalb singen sie nicht nur in Englisch. Auch Französische und Mundart-Texte, die aus Michas Federn stammen, gehören zu ihrem Repertoire. Und nicht nur Notabene und Mariba strahlen während des Konzerts übers ganze Gesicht, auch die Expo-Besucher lassen sich durch Notabenes Temperament mitreissen und vergessen sichtlich die langen Wartezeiten und langen Fussmärsche durch die Ausstellungen. Ganz im Sinne des Mottos der Band: Wir möchten möglichst vielen Leuten durch unsere Musik ein Stück Unterhaltung, eine gute Zeit, glückliche Momente, Freude und auch Hoffnung weitergeben können...


Mehr Informationen:
Notabene