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Ein Handy, das Reden kann
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Handy - Seit neustem auch für Blinde (Kurt)

Was, mein Handy kann sprechen?


Seit etwa 8 Jahren reise ich mit einem Handy herum. Da ich blind bin, ist für mich das Handy zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel geworden.

Am Anfang hatte ich ein Natel C. Dieses Mobiltelefon lies sich von mir gut bedienen. Da gab es auch noch nicht so viele Möglichkeiten. Man konnte damit eigentlich nur telefonieren. Da waren noch die Nummernspeicher. Ich konnte mir da mit einem Trick helfen. Wenn man nicht mehr als 10 Nummer abspeicherte, konnte man die Nummern mit der Tastatur hervorholen. Auch wurden die Rufumleitungen per Sprechtext quittiert.

Als ich dann auf ein Natel D umstieg, war alles plötzlich ganz anders. Da waren viel mehr Menüpunkte. Das Telefonbuch konnte bis zu 80 oder 100 Nummern aufnehmen. Es gab kompliziertere Menüführungen. Man konnte SMS versenden.

So konnte ich von meinem Telefon nur einen Bruchteil benützen. Es brauchte schon ein gutes Gedächtnis, nur um das Klingel-
zeichen zu ändern oder das Handy auf Fibracall umzustellen.


Hatte ich mich mal in den Menüs vertippt, musste ich Hilfe von sehenden Personen anfordern. Dies galt auch um den Ladezustand des Akkus zu kontrollieren. Sonst sass man plötzlich auf dem Trockenen. Bei meinem letzten Modell konnte man mir dann 20 Nummern abspeichern, die ich dann durch Voicedialing wählen konnte. Das SMS versenden blieb für mich ganz verborgen.

2001 wurde das erste sprechende Handy entwickelt. Es war der bekannte Nokia Communicator. Eine Firma in Deutschland hatte ein Programm geschrieben, dass den Bildschirminhalt des Communicators in synthetische Sprache übersetzt. So waren plötzlich alle Möglichkeiten für Blinde offen.

Für mich war allerdings der Communicator zu gross und zu teuer. Auch war er zu dieser Zeit nur ein Singleband Handy. Ich wollte ja nicht wieder auf ein Singleband Handy zurück gehen. So beschloss ich mich, auf ein anderes Produkt zu warten. Im März diesen Jahres bekam ich ein E-mail zu gespielt, in dem mir ein anderer Blinder von einem Programm erzählte, dass auch andere Handys sprechend mache. Allerdings nur in Englisch. Ich schenkte diesem Mail nicht all zu grosse Beachtung.

Als ich dann im Mai an eine Computermesse für blinde in Frankfurt gehen wollte, und mich im Internet auf diesen Tag vorbereitete, kam ich unweigerlich wieder auf das Sprachhandy zurück.
Es jukte mich in den Fingern. Ich telefonierte mit meinem Provider und wollte wissen, was mich dieser Spass kosten würde. Diese beiden Nokiageräte waren um die 800 Fr. Dann kam da noch die Software dazu. Ich musste also mit über 1000 Fr. rechnen. Das war mir dann doch zu teuer. Auch war die Vertretung in der Schweiz noch nicht geregelt. Also schaute ich mir das Handy in Frankfut an, und legte den Gedanken wieder weg.

Als dann ende August mein sehender Kollege sich ein neues Handy besorgte, sagte ich ihm, er möge doch bitte bei den zwei Nokiamodellen auf den Preis schauen. Er sagte mir, dass das Nokia 7650 jetzt noch etwa 480 Fr. koste. Für mich war der Fall klar. Ich ging also zu meinem Anbieter, und kaufte mir das Gerät und liess die Software installieren.

Wenn ich jetzt das Gerät einschalte, werde ich begrüsst. Ich gelange ins Hauptmenü, und kann mich mittels Joystick durchs Menü bewegen.

So kann ich nun die meisten Funktionen selbst ausführen. Ich erstelle meine Kontakte, ordne meinen Kollegen diverse Klingeltöne zu und schreibe und empfange SMS.
Ueber Kurztasten kontrolliere ich den Empfang und den Zustand des Akkus. Die Software befindet sich zwar noch in einem Anfangsstadium. Die Menüstruktur ist gut verständlich. Bei den Funktionen, wo die Software aufs Gerät zugreift, hat die Software noch mühe. Man muss noch gut hin hören. Beim Schreiben der SMS kommt das Programm nicht nach mit Buchstabieren. Zum Glück kann man das ganze SMS am Stück anhören.



Mehr Informationen:
http://www.flusoft-reha.de/